Burger, Bier und Spareribs – Virginia zum Genießen!

Heute gibt’s erstmal Barbeque satt: Auf das beste BBQ-Rauchfleisch in Nord-Virginia ist Monk´s BBQ in Purcellville stolz – und wir versichern dir: Dieses Grillerlebnis ist tatsächlich so traditionell und authentisch, wie es angekündigt ist, und vor allem: So verdammt lecker 😊

In diesem Beitrag kann Werbung enthalten sein, selbst dann, wenn keine Werbekooperation oder anderweitige Zusammenarbeit mit den genannten Unternehmen stattgefunden hat. 

Das rustikale Restaurant hat uns Richard Hartogs von der Rocket Frog Brewing Company empfohlen, denn nach der Bierprobe bei ihm hatten wir unglaublich Lust auf Spareribs  – hör unsere Podcastfolge 126, um seine außergewöhnlichen Craftbiere kennenzulernen!

Monk´s BBQ ist genauso, wie du dir ein BBQ-Restaurant auf dem Land vorstellst, eine amerikanische Institution. Vor dem unscheinbaren Gebäude standen viele Autos, aber es gab keine Touristen außer uns. Ein angenehm rauchiger Fleisch-Duft strömt aus der offenen Küche: Hier werden keine Schnellverfahren benutzt, wenn das Fleisch geraucht wird: „Das bedeutet lange Nächte, aber ein großartiges Produkt, auf das wir stolz sind“, sagt das Familienunternehmen über sich selbst.

Hinweis auf viele Live-Musik-Events, so spielte auch bei unserem Besuch ein Musiker auf der Außenterrasse: Die Fender Stratocaster an der Wand 😊

Bei Monk´s BBQ ist Selbstbedienung angesagt. Wir standen wohl etwas fragend vor der Anzeigetafel, so dass uns ein junger Mann hilfsbereit Empfehlungen gegeben hat. Sehr gastfreundlich fanden wir, dass er uns an seinen Tisch einlud, wo wir mit ihm, seiner Mutter und seinen Kindern in freundlicher Gesellschaft genießen und uns unterhalten konnten.

Es lohnt sich, die vielen hausgemachten Saucen zu testen. Unsere Favoriten: Die Whisky BBQ und die Chipotle Sauce!

Die Spare Ribs, auf die Betina so Lust hatte, sind echt genial: Die Marinade ist eine Mischung aus süß und würzig, die perfekt zu diesem Rippenstil passt. Das gibt außen eine wunderbare Kruste mit Rauch- und Grill-Aromen, innen ist das Fleisch butterzart und saftig, und schmeckt überhaupt nicht nach Schwein, sondern konnte auch slow cooked Kalbfleisch sein!

Die Baked Beans dazu sind der Hammer! Süßlich karamellisiert mit einem leichten Touch Chili, schön schwer und cremig sind diese Bohnen Soul Food pur! Das Geheimnis sind die großen Töpfe, in denen sie mit geräucherten Rippenspitzen aufgepeppt werden, die von den Spareribs abgeschnitten werden. Das Gewürz der Rippenspitzen ist ein schönes Kompliment für die Süße der Bohnen.

Der freundliche junge Familienvater hatte mir (Burkhard) zwar wärmstens das Pastrami im Sandwich empfohlen. Ich habe mich aber für Brisket entschieden, und das war richtig so! „Unser köstliches Bruststück wird die ganze Nacht geraucht und mit unserer Gewürzmischung eingerieben, die die natürlichen Aromen von Rindfleisch zur Geltung bringt. Wir servieren das Rinderbrustfilet mit einer schönen Rinde und einem schönen, dicken, pinkfarbenen Rauchring“ – so beschreibt Monk´s BBQ seine Rinderbrust. Das Gemüse namens Collard Greens dazu ist geschmacklich eine Mischung aus Grünkohl und Spinat, aber durch die dominierende säuerliche, fermentierte Note etwas, was wir nicht unbedingt brauchen. Das „Cornbread“, eine Art Polenta, ist mit Vanille affiniert und eine interessante Ergänzung. Rustikal ist auch die Darreichung: Du bekommst dein Essen auf einem mit Papier belegtem Metalltablett und, naja, Plastikbesteck. Aber 

Im Bar-Bereich findest du jede Menge regionale Biere vom Fass, aber auch eine stattliche Auswahl an Bourbon Whiskys. Nach der intensiven Verköstigung habe ich mich dann doch schweren Herzens für einen Verdauer entschieden und ob der riesigen Auswahl die Barfrau nach einem guten Bourbon gefragt (denn Bourbon ist eigentlich nicht mein favorisierter Whisky, und mein Erfahrungshorizont damit ist begrenzt). Sie fragte mich nach meinem Preislimit, und ich sagte, egal, er muss gut sein.

Die gute Frau hat mir dann einen „Blanton’s Original Single Barrel Kentucky Straight Bourbon“ empfohlen und eingeschenkt.

Ich habe zwar noch nie 17 Dollar für einen Bourbon Whisky (also ein Glas, nicht eine Flasche 😉) ausgegeben, aber der war wirklich jeden verdammten Penny wert: In der Nase Aromen von getrockneter Zitronenschale mit etwas Karamell und Vanille, am Gaumen leichte Honig- und Karamellnoten, sehr vollmundig und weich, auch etwas fruchtige Akzente von Orangen und Nelken. Mit einem Alkoholgehalt von 46,5% Vol. hat dieser Bourbon auch funktional seine Pflicht erfüllt!

Unsere zweite Genussadresse heute ist „Magnolias at the Mill“, um die Ecke von Monk´s BBQ in einer alten Mühle. 

Ein erstklassiges amerikanisches Restaurant im Herzen des Weinlandes von Loudoun County, sagen sie von sich selbst – hier geht Fine Dining, aber hier gehen auch Burger und Pizza in Top-Qualität und auch in glutenfrei!

Magnolias at the Mill liegt direkt am historischen Bahnhof, dem Ende des „Washington & Old Dominion Railroad Trail“. Hier endeten früher die Züge aus Washington, heute ist das ein sehr ungewöhnlich geformter Regionalpark: Über 70 Kilometer lang, aber nur rund 30 Meter breit. Auf dem asphaltierten Pfad, der durchgehend ca. drei Meter breit ist, kannst du spazieren oder joggen, Rad fahren oder Inline-Skaten. 

Das perfekt gepflegte, automobile Zeitkolorit auf dem Parkplatz vor dem Restaurant!

Innen wirkt das Restaurant recht dunkel, ist aber mit herrlich gestalteten Lampen eingerichtet, und es herrscht eine sehr gemütliche und gediegene Atmosphäre. Auch hier begleitet dein Menü des Öfteren Live-Musik, und du sitzt unter den alten Förderrädern und der Mühlen-Technik.

Die Menü-Karte ist keineswegs überdimensioniert, aber es gibt für viele Richtungen ein Angebot, bei dem saisonale Lebensmittel von einheimischen Bauern ein wesentlicher Bestandteil sind.

Wir haben uns für einen ganz klassischen Burger entschieden und wieder einmal bewiesen bekommen, das in einem richtig guten amerikanischen Restaurant ein Burger auch ein richtig gutes Essen ist! Das Fleisch war von allerbester Qualität, und – Chapeau! – medium a point gegrillt. Der eine war mit einem hausgemachten Chili-Käse und karamellisierten Zwiebeln getoppt, der andere ganz klassisch. 

Da ich noch zu unserem B&B fahren musste, habe ich ein Experiment gewagt und ein „Root Beer“ bestellt. Das ist gar kein Bier, sondern eine Art Limonade und pechschwarz. Uns hat´s geschmacklich an einen gelb verpackten Kaugummi erinnert, den in einer 80er-Fernsehwerbung (allerdings in der weißen Variante) fröhliche junge Leute an einem Yachthafen in völlig überdimensionierter Form unter dem Arm getragen haben…ich habe Betina gebeten, wenn ich je wieder ein Root Beer bestellen wollen sollte, mich daran zu erinnern, dass ein Wasser auch gut schmeckt 😉

Glutenreduziert geht’s auch weiter bei der Belly Love Brewing Company: Hier werden Biere auf Gerstenbasis gebraut, die jedoch oft einen Glutengehalt von unter 20 ppm haben und so für die meisten Biergenießer mit Glutenempfindlichkeit geeignet sind oder für Zölliakie-Patienten eine Probier-Option darstellen.  (Achtung! Wir übernehmen keine Haftung für diese Aussage, das haben wir so im hauseigenen Prospekt gelesen)

Wir haben uns einen „Full Flight“ bestellt – alle 7 Biere, die vom Fass ausgeschenkt werden. Wie und ob uns alle Biere geschmeckt haben, das hörst du in einer Live-Verkostung in unserer Podcastfolge 127!

Im hinteren Bereich der Kneipe ist das offene, blitzblank saubere Herz der Brauerei zu sehe.

Die ziemlich abgefahrenen Namen der Biere wie „Narcissit“ und „Shut the fook up“, „Fifty shades of gold“ oder „Howl rotational“ sind auch künstlerisch in Bilder übersetzt. Diese hängen an der Wand der Kneipe und können auch erworben werden.

Das Fifty shades of gold, im Stil eines belgischen Golden strong hat uns ein wenig an Kornbrand erinnert. Das „Ibs Strawberry“, ein Cream Ale mit 5,2% Vol. hat mich in der Nase klar an Rhabarber statt Erdbeere und an Spargel am Gaumen denken lassen, Betina nahm eher eine Bowle aus kleinen, leicht angegorenen Walderdbeeren wahr. Wir haben uns am Ende auf eine „Erdbeer-Spargel-Bowle“ geeinigt 😉

Die meisten der Biere sind sehr geradeaus und ohne Schnickschnack und gut gemacht. Allerdings waren wir dann doch nicht mehr so ganz „amused“, als wir erfahren haben, wie denn das Gluten im Bier reduziert wird. Erst konnte uns der Barkeeper das gar nicht so recht erklären, brachte uns dann aber ein paar schriftliche Infos. 

Fast alle Biere werden hier enzymatisch behandelt, um die Glutenbelastung zu reduzieren und sind auf der Getränkekarte auch so gekennzeichnet. Es sind alle Biere auf Gerstenbasis, jedoch mit einem Glutengehalt von unter 20 ppm, das für die meisten Trinker mit Glutenempfindlichkeit geeignet ist. (Aber Achtung! Wir übernehmen keine Haftung)

Den Bieren wird „Brewers Clarex“ zugesetzt, das sind Aminosäuren, die das Glutenprotein aufgespalten und dadurch „harmlos“ werden lassen. Das bestätigte unseren Eindruck der ersten vier Biere: Sie waren in der Grundstruktur alle gleich und hatten nur einen Touch mehr von der einen oder anderen Aromatik.

Solche Zusätze passen uns persönlich nicht, und das war ein Moment, in dem wir dann doch froh übers Reinheitsgebot waren 😉 Für glutensensible Menschen oder Zöliakie-Patienten, kann das aber eine Option sein. In jedem Fall ist bei einer schweren Allergie zu empfehlen zuerst nur ein wenig versuchen, um sicherzustellen, dass keine Nebenwirkungen auftreten.

Das große Motto im Schankraum können wir jedoch uneingeschränkt teilen:

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