Charlottesville in Virginia – Kultur, Geist und Genuss!

Das Zentrum der Region Monticello, von Albermarle County, ist doch ein überschaubares Städtchen: Charlottesville hat mit der Main Street eine kleine, schnuckelige, nette Fußgängerzone. In den äußeren Bereichen von Charlottesville findest du natürlich auch große Shopping Malls, in denen du erfolgreich einen Einkaufsbummel absolvieren kannst.

In diesem Beitrag kann Werbung enthalten sein, selbst dann, wenn keine Werbekooperation oder anderweitige Zusammenarbeit mit den genannten Unternehmen stattgefunden hat. 

Es gibt hier eine Reihe kleiner Lädchen, Kino, Theater und Gastronomie mit Außenbestuhlung. Tipp: In der Parallel-Straße ist relativ mittig ein bewachtes Parkhaus, von dem du direkt in die Fußgängerzone gelangst (Market Street Garage, 546 E Market St, Charlottesville VA 22902). 

In der Downtown Transit Station am Ende der Fußgängerzone (oder dem Anfang, wenn man es vom alten Bahnhof gegenüber betrachtet…) befindet sich auch der Visitor Center. Hier kannst du dich ausführlich und gut informieren: Ein sehr hilfsbereiter Mitarbeiter hat uns einen Überblick gegeben und gefragt, was wir im Speziellen sehen wollen. Prompt hat er uns seine Empfehlungen für die Stadt und die Weingüter der Monticello-Region mit Öffnungszeiten auf der Übersichtskarte eingezeichnet!

Progressiv: Die Downtown Transit Station wird mit Geothermie beheizt!

Klasse Service ! Mit einem eher an Straßenbahnen erinnernden, kostenlosen (!) Bus kannst du den Innenstadtbereich von „Jefferson City“ abfahren und auch aufs Gelände der Universität kommen.

Es ist schon ein besonderer und ein besonders schöner Campus, den die vom 3. Präsidenten der USA und großen Sohn der Stadt, Thomas Jefferson, gegründete Universität bietet. 

Vor der „Rotunda“, dem zentralen Gebäude und Wahrzeichen der Universität. Anders als z.B. bei meinem ehemaligen Institut im 52-Stockwerke hohen, grauem 70er-Betonturm an der Uni in Frankfurt käme hier wohl niemand auf die Idee, Gebäude abzureißen 😉

Erfreulicherweise sind hier die Studenten aber ähnlich politisch wie an der „Frankfurter Schule“: Mit 1.280 Plastikflaschen und dahinterstehenden Veranstaltungen haben sie den Klimawandel thematisiert – bei weitem nicht alle US-Amerikaner leugnen diesen also!

Deuten die roten Bachsteingebäude mit den schier endlosen Arkaden- und Säulengängen die Weite des Wissens und der Forschung an?

In den großen Bibliotheken – u.a. die berühmte Alderman Library – sind historisches Ambiente und hochmoderne Angebote vereint.

Neben den klassischen Wissensspeichern, den Büchern, findest du hier Podcast-Räume und Video—Drehecken!

Bei den parkähnlichen Anlagen zwischen den Universitätsgebäuden zeigt sich ein weiteres Interessengebiet von Thomas Jefferson: Die Gärten.

Hier beginnt sie: Die Bildung!

Das „C and O“ ist das erste Fine Dining Restaurant der Stadt und wurde 1976 eröffnet. Es liegt ganz in der Nähe vom Bahnhof und dem Visitor Center.

Der Eingang des von außen ziemlich unscheinbar wirkenden Restaurants liegt etwas versteckt in einem winzigen Innenhof.

Du betrittst zunächst einen langen, schmalen, holzdominierten Raum, an dessen Anfang wie in einer kleinen Rezeption der Empfang liegt.

Das ganze Restaurant erstreckt sich über mehrere Ebenen: Unten ist die Bar, im 1. Stock liegt der Ursprung und Kern des Restaurants.

Der Außenbereich hinter dem Gebäude besteht aus einem überdachten Patio und einem wirklichen „open air“ Sitz. Da es trotz Ventilatoren selbst unter dem Dach noch recht schwül war, haben wir uns für die Cabrio-Tische entschieden, um ein wirklich gutes Menü zu genießen.

Burkhard hatte sich für „Veal Sweetbreads“ entschieden. Ein süßer Brioche-Toast mit Kalbfleisch, das lange in Marsala gesimmert ist und von grünem Pfeffer und hellen Sultaninen begleitet wird. Mit einer wunderbar cremigen, golden-sahnebasierten Sauce schmeckt diese Kombination gigantisch; ein unheimlich runder und stimmiger Teller. Schade, dass es nur eine Vorspeise war!

Betina ist mit einer leichteren, roten Variante in den Abend gestartet: Yellowfin Tuna crudo, aufgeschnittener roher Thunfisch mit hauchdünn geschnittenem Basilikum, frittierten kleinen Kapern und einer leichten, sommerlichen Lemon-Vinaigrette sowie Aioli. Eine Kombination, die herrlich frisch und nach Meer duftet und schmeckt. Der Thunfisch hat eine tolle Qualität.

Beim Hauptgang ging Betina an Land: Ihr Slow roasted Chicken kam mit Pfannengemüse aus Karotten und Pilzen sowie schwarzem Knoblauch und Kräuterjus herangeflogen. Das Hühnchen hatte bestimmt viel Auslauf: Das weiße Fleisch unter der schön krossen Haut war zart und überhaupt nicht trocken. Die erdige dunkle Sauce macht den Gang zwar etwas üppig, aber da wir das Mittagessen ausgelassen hatten, hatte sie alles richtig gemacht…

Burkhard ging vom Fleisch zum Fisch, aber nicht ins Meer, sondern in die kalten Gewässer der Berge. Die Forelle war erfreulicherweise komplett filetiert und wieder rekonstruiert und überzeugte in brauner Butter, gerösteten Mandelplättchen und Kapern mit schönen Aromen. Die gegrillte, karamellisierte Zitrone addierte mit ihrem wenig säurebetonten Saft den geschmacklichen Extra-Kick.

Die begleitende Weißwein Cuvée Cowhorn „Spiral 36“ aus Oregon aus Roussane, Marsanne und Viognier war für Burkhards Gaumen ein Tick zu lange im Holz. Der Wein hat zwar einen schönen Schmelz und ist ganz ordentlich, die Viogniers aus Virginia gefallen ihm aber besser.

Er hätte sich natürlich auch für einen ihm bestens bekannten Sauvignon Blanc aus der Steiermark entscheiden können. Was der Winzer dazu sagt und wie gut uns der gefallen hat, hörst du in unserer Podcastfolge 094! Der hätte super zur Rag Mountain Trout gepasst, aber Weinwissen kannst du bekanntlich nur durch viel Probieren erweitern 😉

Eine von mehreren Craftbier-Adressen in Charlottesville ist die Random Row Brewing Company.

Die Kneipe ist sehr zweckmäßig konzipiert: Ausschank und Bar sind direkt um die offenen Gärtanks arrangiert. Da auch die Küche gegenüber komplett offen ist, aber leider offenbar nicht über leistungsstarke Abluft verfügt, war der Gastraum innen pommes-fettgeschwängert.

Wir haben uns mit unserem 6er-Flight deshalb schnell einen Platz im Freien gesucht, um die Biere olfaktorisch unbelastet verkosten zu können…

Die Gläser werden in einer Baumscheibe mit Rinde serviert, bei der jedes Loch eine Nummer hat, damit du die Biere zuordnen kannst. Burkhard hat das Teil an die gedrechselten Obstschalen aus dem Schwarzwald der 70er-Jahre erinnert 😊

Das 434 Helles Lager ist das Flagship German style Bier der Brauerei und wirklich gelungen: Rund weich, kräftig im Geschmack und richtig süffig!

Not yours, das zweite Strong Pale German Lager ist ein Maibock, der eine Silbermedaille bekommen hat. 6,5 Vol.%, hellbraun, eine undefinierbare Zweitnote im Geschmack, irgendwas Richtung Karamell, war überhaupt nicht unser Bier – insofern war der Name korrekt!

Das Method IPA steht mit einem Orange-Ton im Glas, die Zitrusnote ist mal angenehmerweise nicht sehr ausgeprägt, eher hat das Bier Aromen von Mandarine und dem harten, weißen Rand einer Wassermelone zwischen der grüner Außenschale und dem saftigem roten Inneren. Die Bitternote ist schön eingebunden, ein total zischiges IPA und super Sommer Bier.

Das Windswell DIPA, gebraut mit vier Hopfensorten, steht heller im Glas und überzeugt mit vielen verschiedenen Fruchtnoten. Ein Kompott reifer, gelber Sommerfrüchte wie saftiger Aprikose, etwas nicht überreife Papaya, sehr voluminös und cremig, ist dieses Bier für uns klar eher Preis-verdächtig als der Maibock!

Gar nicht gefallen hat uns das Hibiscus Season Bier, welches mit Hibiscusblüten gebraut ist und auch eine solche Farbe hat. Wir hatten uns echt drauf gefreut, aber schon in Nase war das leider nichts, hatte was Mostiges, Vergorenes. Im Mund kamen auch nur leichte Hibiscus-Aromen und ansonsten gar nichts, es bleibt auch im Abgang nix und hat sehr wenig mit Bier zu tun.

Das Sublimation Stout ist wieder ein Klassiker, ein trockenes Irish Stout, eingebraut mit gerösteter und flockiger Gerste. Klassisch tiefschwarz-dunkelbraun in der Farbe, beim letzten Schluck erchien ein rötlicher Schimmer. Vorausgesetzt, du magst ein klassisches Stout, dann ist das ein schönes Bier mit tollen Röstaromen, aber in der richtigen Dosierung. Mit leichten Kaffee-Aromen und einer angenehm öligen Textur ist es trotzdem auch ein Durstbier! Betina meint, es wäre auch eine schöne Grundlage für einen alkoholischen Eiskaffee oder ein Tiramisu….wenn du jetzt meinst, das wäre Spinnerei, dann hör mal in unserer Podcastfolge 105 rein, wo dir die Biersommelière und Wirtin des Weber-Bräu in Ried am Inn, Silvia Jetzinger, verrät, wie sie ein „Bieramisu“ auf die Dessert-Karte gezaubert hat. Schöne Grüße ins Innviertel!

Unser Fazit: Jedes einzelne Bier der Random Row Brewing Co. wird dich entweder richtig begeistern oder du findest es nicht genießbar – spannend!

Authentische, neapolitanische Pizza wird dir im Lampo serviert.

Bevor wir die jedoch probiert haben, haben wir zum Start „Cavolfiore al Forno“ aus der immer zuerst italienisch beschriebenen Menükarte bestellt. Der geröstete Blumenkohl hat uns auch hier wieder mit herrlichen Aromen begeistert.

Die Pizza selbst ist wirklich italienisch gut. Ob das Besteck so authentisch ist, bezweifeln wir allerdings: In Süditalien wird die Pizza mit Schneiderollen gestückelt, aber es geht auch gut mit einer SCHERE!

Eine geschmacklich wesentlich angenehmere alkoholfreie Alternative als Root beer (siehe unseren Blog 127) ist Ginger Beer. Die leichte Schärfe hilft im übrigen auch, Käse und Pizzateig zu verdauen 😉

Und hier noch weitere Tipps von unserer Podcast-Kollegin und Feinschmeckerin Erin Scala („I´ll drinkt to that“), die in Charlottesville lebt – wir hatten leider keine Zeit, die alle noch zu besuchen:

Das Bizou in der Fußgängerzone bietet eine großartige Weinkarte und lokale Produkte.

https://www.bizoudowntown.com

https://www.fleurierestaurant.com

https://peterchangtogo.com

https://www.stockprovisions.com

Splendoras Gelato

Achtung, Eingang zu dieser Bar ist in einer „Mülleimergasse“:

https://alleylight.com

Teabazaar

2017 beste Kaffeerösterei in den USA:

https://mudhouse.com

Weinadressen:

https://www.bbvwine.com

Über 40 Jahre alte Rebstöcke: Stinson Vineyards

hier wirkt der Vater des modernen Virginia Wein, Gabriele Rousse: TatchWinery

Ein ausführliches Interview mit der superkompetenten Sommeliére Erin Scala über Weine aus Virginia wirst du demnächst in einer Podcastfolge hören können!

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