Nordlichter und Genuss am Hafen von Reykjavik

Foto Quelle: Aufnahme im The Northern Lights Center Reykjavik https://aurorareykjavik.is/

Foto Quelle: Aufnahme im The Northern Lights Center Reykjavik https://aurorareykjavik.is/

Eines der faszinierenden Naturschauspiele, die du in Island erleben kannst, sind die Aurora Borealis, vielmehr bekannt als Nord- oder Polarlichter. Das war einer der Gründe, warum Betina unbedingt nach Island wollte! Deshalb haben wir auch eine solche Tour gebucht, die abends um 21.00 Uhr in Reykjavik losging. EastWest heißt der Anbieter, der mit kleineren Bussen (max. so 12 Leute) individuellere Touren anbietet. Die junge, toughe Leiterin kannte sich super aus, hat uns zu vielen Plätzen gefahren, es gab heißen Kakao und Donuts, viel kalte Dunkelheit und wunderschöne Sternbilder zu sehen, aber – keine Polarlichter! 

In diesem Beitrag kann Werbung enthalten sein, selbst dann, wenn keine Werbekooperation oder anderweitige Zusammenarbeit mit den genannten Unternehmen stattgefunden hat. 

Das lag natürlich nicht an der Tour: Die sagen dir schon tagsüber, ob es was werden kann oder ob sie die Tour gar nicht erst fahren. Denn es müssen einige Faktoren zusammenspielen, damit die grandiosen Nordlichter am Himmel tanzen. Bei Eastwest kannst du übrigens noch einmal mit, wenn es nicht geklappt hat.

Am Hafen von Reykjavik gibt es aber eine 100% sichere Möglichkeit, die Aurora Borealis zu sehen und viel über ihre Entstehung zu lernen: Das Polarlichtcenter Aurora Reykjavik! Ein sehr schönes Museum oder besser gesagt Ausstellung, angelegt von einem Team junger Fotografen, die sämtliche Bilder des imposanten Himmelsphänomens in ganz Island selbst geschossen haben. Mit einem Handbuch in vielen Sprachen (auch deutsch) zur „Selbstführung“ kannst du durch die Ausstellung gehen. 

Foto Quelle: Aufnahme im The Northern Lights Center Reykjavik https://aurorareykjavik.is/

Du erfährst, wie die durch Eruptionen auf der Sonne ausgelösten Plasmawolken über die Polkappen strömen und in welchen Höhen sie welche Farben an den Himmel zaubern. Die besten Monate, um Nordlichter zu „jagen“, sind März, September und Oktober, und welche Arten es gibt, wie du sie am besten fotografieren kannst und vieles mehr erfährst du in dieser beeindruckenden Ausstellung. Gekrönt wird sie am Ende mit einem kleinen Kino, in dem du in Endlosschleife im Zeitraffer Polarlichter aus ganz Island bestaunen kannst und aufgrund der Schönheit dieser Bilder einfach nur baff bist.

 Wir haben auf Vimeo einen Videotrailer davon gefunden, sieh selbst!

Rund um den Hafen gibt’s noch viel mehr als nur Schiffe.

Zum einen ist hier das Maritime Museum mit mehreren Ausstellungen; auch einem Schiff. Haben wir aus Zeitmangel nicht besuchen können und ist einer der Gründe, nochmal herzukommen 😉

Direkt neben dem Maritimen Museum befindet sich das Bryggian Brugghus, eine Craftbeer- und Gasthaus-Brauerei im amerikanisch-urbanen Stil.

Hier kannst du bei netten Leuten (im Bild rechts der Braumeister mit italienischen Wurzeln) richtig gute Biere probieren. 

In der Regel gibt es sechs Sorten vom Fass, auch jahreszeitlich verschieden. Wir hatten „The Catcher“ probiert, ein Roggen IPA und natürlich nach dem einzig veröffentlichten Roman „The Catcher in the rye“ von J. D. Salinger, der ihn allerdings direkt weltberühmt machte (alle 80er-BRD-Englisch-Leistungskurs-Absolventen wissen jetzt genau, was ich meine 😊). Rötlich, pfeffrig, mit Noten von Mandarine und Kräutern – ein tolles Craftbeer. Ebenso literarisch inspiriert: Das Hop Dylan – gewidmet dem bei unserem Besuch gerade etwas unwillig gekrönten Nobelpreisträger Bob Dylan. Mild, aber fruchtig und mit einer feinen Bitternote ist auch dieses unfiltrierte, mit amerikanischen Hopfen kaltgestopfte IPA ein Genuss.

In der offenen Küche werden auf Kohlen vor allem Fleischgerichte gezaubert, was natürlich zu den Bieren bestens passt. Leider konnten wir die Küche nicht testen, aber die Teller die wir gesehen haben, sahen vielversprechend aus – ein 3. Grund zum wiederkommen… Hör einen O-Ton aus dem Brauhaus in der Podcastfolge 110!

Die geduckten, wie kleine Flugzeug-Hangars aussehenden Fischer- Lagerhallen am Hafen werden zum Teil noch für Netze und Zubehör genutzt. Im vorderen Teil bieten heute kleine Restaurants und Geschäfte ihre Spezialitäten an.

Unbedingt hinein schauen solltest du hier bei der „Kjötkompani“, ein Fleisch-Fachgeschäft, das den Namen wirklich verdient. Appetitliches Frischfleisch, aber auch mariniert und die Beilagen kannst du auch noch gleich mitnehmen

Aber auch wenn du nicht direkt was kaufen willst oder kannst: Es lohnt sich, den smpathischen jungen Mann zu fragen, welche Restaurants in der Stadt die Ware der Kjötkompani verarbeiten. Da solltest du es dann auf jeden Fall genießen 😉 In einer Location waren wir natürlich, darüber erfährst du in einem der nächsten Berichte.

Der Rundgang bei den alten Lagerhallen im Hafenbereich führt dich auch zu  Eisbuden, Käsefachgeschäften (2. Grund wiederzukommen…) und netten Bars

Wirklich sehens- und erlebenswert ist die „Whales of Iceland“- Ausstellung in der Parallelstraße zu den Lagerhallen.

In der in blaues, mystisches Licht getauchten Halle lernst du mit dem Audio-Guide viel über die Wale, die ursprünglich von Nilpferden abstammen und zu denen auch die Delfine gehören.

Es gibt zwei Arten von Walen, die einen mit Zähnen und die anderen mit Barten, mit denen sie ihre Nahrung Krill beim Wasser-Ausspucken filtern.

Von einem der kleinsten Tiere der Welt, diesen Kleinkrebsen, lebt zum Beispiel das größte: Der Blauwal. Und in der Ausstellung kannst du unter den in Originalgröße abgebildeten Exponaten hindurch gehen und wirklich fühlen, wie klein du als Mensch im Vergleich mit diesen Giganten der Meere bist. Natürlich gibt es auch Whale-Watching Touren im Hafen zu buchen, wo du mit Booten aufs Meer gefahren wirst, um die Tiere live in ihrer Umgebung zu sehen. Das Größenverhältnis spüren kannst du hier im Trocknen und ohne Seekrankheiten allerdings besser.

Eines unserer kulinarischen Highlights in Reykjavik haben wir in der Nähe des Hafens genießen können. In dem im Keller eines älteren Hauses gelegenen Restaurant „Fiskfélagið“ oder auf englisch „Fish Company“ empfängt dich eine stylish beleuchtete Bar vor den dunklen Steinmauern. Es ist mit dunklen Holztischen gediegen-gemütlich eingerichtet, und von außen kannst du durch große Fenster direkt in die Töpfe und Pfannen der Küche schauen.

Der Gruß aus der Küche kam nett angerichtet im Holztöpfchen und sehr aromatisch: Roggenbrotbrösel mit einer kräuterigen Mayonnaise und etwas Pastete vom Schellfisch.

Burkhard hatte sich für das Menü „Around the sea“ entschieden und begann mit einer Suppe vom Hummer mit einem Hauch Kokosnuss, den kleinen, sehr frisch-aromatischen isländischen Jakobsmuscheln und einer Tigergarnele.

Betina wurde kulinarisch vom Menü „Around Iceland“ verführt und startete mit einem gebratenem und kunstvoll gestaltetem Stück Bacalau, glaciert mit isländischem Honig und begleitet von eingelegten Gurken, Blumenkohl auf einer Fisch-/Muschel-Sauce. Bacalau ganz anders, als wir ihn in Spanien oder Lissabon gegessen hatten und begeisternd in seiner frischen, kräftigen Aromatik!

Der zweite Gang im Island-Menü war eine klare Ansage: SO geht Lachs! Gebeizt und so wunderbar butterzart, dass du ihn lutschen konntest. Mit Aromen von Kümmel und etwas Branntwein wurde dieser granatenmäßig gute Lachs begleitet von geshreddertem, gerauchtem Saibling.

In Scheiben geschnittene Lammlende und etwas gepresster Lammnacken überraschte Betina, die sich sonst eher zurückhaltend bei Lamm verhält, beim ihrem Hauptgang aromatisch sehr positiv. Hier schmeckst du einfach, dass diese Tiere das ganze Jahr über die Weiten Islands ziehen und Kräuter wie den wilden Thymian fressen: Fein, edel und dezent ist das isländische Lamm! Selleriepüree und ein Stück in Salz gebackener Knolle.

Burkhard, ganz auf dem Fisch-Trip, hatte sich zum Hauptgang für den „Catch of the Day“, also den Fang des Tages, entschieden und bekam panierte Scholle sowie je ein Stück vom Wolfs- und vom Rotbarsch. Begleitet von genialen Saucen und einem Pesto von Nüssen. Die Gemüsegarnitur der Saison war für sich schon eine Wucht: Weißkohl in einer leicht sahnigen, cremigen Sauce, Grünkohl und ein Stückchen Brokkoli vom Grill, der so herrlich nach einem rauchigen Steak geschmeckt hat, dass er es alleine schon zum Hauptgang hätte bringen können 😉

Einen kalten weißen Schokoladen-Brownie mit Sauerrahm-Sorbet bekam Betina am Tisch mit warmen Honig übergossen, was sie an die ebenso gegensätzlichen Landschaften zwischen kalten Oberflächen und heißen Wassern aus der Tiefe erinnerte. Umrahmt von karamellisierten Blätterteig ein gelungener süßer Abschluss.

Burkhards Dessert, eine Kokosnuss-Mousse mit Joghurt in einer Passionsfrucht-Geleetasche und Gianduia erschien zwar auf einem etwas verspielten Teller 😉 Aber das tat der Qualität keinerlei Abbruch, vor allem die gegrillte Ananas begeisterte hier.

Der Küchenchef zaubert isländische Küche neu und modern interpretiert mit Einflüssen aus anderen Küchen in allerbester Qualität und meisterhaft zubereitet auf die Teller, daher auch das Motto „Around the world in one night“ – also (zumindest kulinarisch) „Rund um die Welt an einem Abend“. Nett und humorvoll serviert, kannst du hier in entspannter Atmosphäre richtig gut genießen. Hör unsere Begeisterung live aus der „Fish Company“ in der Podcastfolge 110!

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