Starker Primitivo di Manduria von Luca Attanasio

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Für Weinliebhaber*innen ist die Rebsorte ein Juwel, der Primitivo di Manduria. Einer, der dieses Juwel komplett vom Rebstock bis in die Flasche kultiviert, ist der Winzer Luca Attanasio aus Sava! 

Luca ist nämlich „Vignaiolo indipendenti“– und das sind Winzer, die vom Anfang bis zum Ende alles selbst erledigen. Hör in unserer 🎧 Podcastfolge 208, was er im Interview erzählt und wie wir seine Weine beschreiben. Viel Vergnügen!

Stolz hat er uns seine Alberello-Weinstöcke gezeigt, die ein paar Kilometer von seiner Kellerei im flachen Umland von Sava stehen. Luca ist fokussiert darauf, das Erbe und die Tradition des Weinbaus zu pflegen und fortzuführen.

Die teils bis zu 80 Jahre alten Rebstöcke wurzeln in der typischen Reberziehung in der roten, sehr mineralstoffreichen Erde des Salento. Im Hintergrund siehst du einen ebenfalls typischen Trullo.

Kannst du dir vorstellen, warum der Eingang in den Trullo diese spezielle Form hat? Dann schau mal das kurze Video aus dem Weingarten an!

Für den Winzer bildet die charakteristische Rebausformung eine „Palme des Primitivo“.

Diese schöne, empathische Umschreibung ist ein weiterer Beleg dafür, dass seine Augen leuchten, wenn Luca über die Qualitäten und Aromen seiner Weine redet! Hier ist jemand mit voller Passion am Werk, um dir Weinerlebnisse zu präsentieren, die sehr beeindruckend sind.

Nach der Lese werden die Trauben in der eigenen topgepflegten Kellerei zu hochkonzentrierten Weinen veredelt.

Im Weingut werden ausschließlich Primitivo-Reben gepflegt. Aus der klassischen Sorte vinifiziert Luca Attanasio einen Rosato und zwei Rotweine. 

Der Rosato präsentiert sich in einem wunderschönen, lachsfarbenen, aber kräftigen Rosé mit farblichen Reflexen, die an Blutorangen erinnern. Auch hier zeigt sich die ganz traditionelle Arbeitsweise des Winzers: Während die Lese der Trauben für die Rotweine bereits im August beginnt, bleiben die für den Rosato noch hängen und werden erst später im Jahr, im September, von den Traubenstöcken geholt.

Die Primitivo-Traube ist ohnehin sehr zuckerhaltig, woraus die hohen Alkoholgrade resultieren (mal ehrlich: Natürlich muss der Alkoholgrad zum Wein passen, aber für uns macht ein Roter erst ab 14% und mehr richtig Spaß 😉). Die Trauben, die extra länger in der Sonne bleiben dürfen, sind dann echt hochzuckerhaltig. Und obwohl der Rosato gar nicht lang auf der Maische steht, entwickelt er diese schöne Farbe

Und auch gustatorisch ist er völlig anders als die allermeisten Rosé-Weine, die wir kennen, und hat uns sehr positiv überrascht! Der Wein hat leichte balsamische Noten und also auch was Vegetabiles, ein wenig Weinbergpfirsich, auch Anis bzw. Fenchel und eine leichte Süße von der Kaktusfeige. Sowohl in der Nase als auch im Geschmack hat er aber vor allem ein wahnsinnig intensives Mandel- und Marzipan-Aroma!

So hat Luca uns auch in unserer Wahrnehmung bestätigt: In dem Wein finden sich die Aromen des Weingartens wieder; die Gerüche, die er in der Nase hat, wenn er draußen an seinen Weinstöcken arbeitet. Ein sehr außergewöhnlicher Rosé!

Der erste Rote trägt den Namen Dodecapolis und erinnert daran, dass es ursprünglich im Salento zwölf von den Griechen gegründete Städte gab.

Dieser Primitivo steht tiefdunkelrot im Glas und brilliert sehr schön, wenn die Sonne drauf scheint.

In der Nase finden sich super intensive Fruchtnoten von Kirsche und getrockneten Feigen, aber auch Erde, Boden, Terrain. Den fulminanten Alkoholgehalt von 17% (!)nimmt man in der Nase so gar nicht wahr, den siehst du aber im Glas an den wunderschönen Kirchenfenstern.

Beim Probieren spürst du diese famosen 17% auch nicht gleich, hast aber einfach ein Wohlgefühl, das ist kein Soulfood, sondern Soulwein 😊 Erstmal ist er ganz samt, weich und schmeichelnd am Gaumen. Dann entwickeln sich die Aromen, die du schon in der Nase hast. Und erst so ein paar Sekunden später entwickelt sich der Alkoholgehalt, der ganz wärmend in Richtung Brust immer noch zieht. Dann kommen ganz wohlwollende Tannine, schmeichelnd und zart. Ein Hauch von Thymian und eine eukalyptische Note entwickeln sich ebenfalls.

Der Wein ist eine absolute Granate, drei Jahre jung, und spannend ist, dass er „nur“ im Edelstahltank ausgebaut wird. Auch deshalb, weil Luca viele Kunden hat, die einen Primitivo trinken wollen, wie der früher gemacht wurde. Und da gab es eben nur Zementbottich oder Edelstahltank und kein Holzausbau – auch hier die Pflege der Tradition.

Dennoch geht der Winzer natürlich auch mit der Zeit und macht auch einen Wein, der in dreihundert Liter Fässern im Holz dann ausgebaut wird. 

Der Librante ist derselbe Wein wie der Dodecapolis, wird aber für zwölf Monate im großen, medium getoasteten Holzfass (dreihundert Liter) ausgebaut. Nach der Verkostung des ersten Primitivos fiel es uns schwer zu glauben, dass diese Geschmacksexplosion noch zu toppen sei. Trotzdem ist Luca dieses Kunststück auf beeindruckende Weise gelungen!

Der Librante zeigt die charakteristischen Noten vom Holz, also Vanille und danach Brioche- und Toastnoten, aber filigran. Vor allem sind Kaffee und Toffee- bzw. Karamellnoten präsent, aber die Fruchtaromen nach Feige und Kirsche, stehen immer noch im Vordergrund. Es ist ein eigener Wein, aber die Grundstruktur und Essenz des Primitivo ist immer noch komplett vorhanden, weil die Veredelung im Holz sehr einfühlsam erfolgt.

Auch wenn der 2017er, den wir verkostet haben, eine leichte, aber sehr verträgliche Säure aufweist und ein sehr guter Korken verwendet wird, rät Luca dazu, die Weine nicht allzu lange zu lagern, maximal vier bis fünf Jahre, um einen optimalen Genuss zu haben. Schneller trinken ist immer gut 😊

Welchen 4. Wein wir am Ende doch  noch probiert haben und wozu du diesen kombinieren kannst, dass hörst du am Ende unserer 🎧 Podcastfolge 208!

Am schönsten ist es natürlich, bei Luca vor Ort seinen Wein zu probieren und einzukaufen. Salute!

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