Erlebnis- und Genusswelten: Zwei Perlen in Reykjavik

Perlan (die Perle) ist nicht nur ein Warmwasserspeicher, der die Stadt mit Warmwasser versorgt und auch die im Winter beheizten Gehwege und Straßen. 

In diesem Beitrag kann Werbung enthalten sein, selbst dann, wenn keine Werbekooperation oder anderweitige Zusammenarbeit mit den genannten Unternehmen stattgefunden hat. 

Im Süden von Reykjavík auf einem Hügel 1991 eröffnet, befinden sich heute neben den Wasserspeichern auch sehr anschauliche Ausstellungen darin. Hier kannst du Islands Naturgewalten, die Kraft von Vulkanen, Erdbeben und Geothermie an einem Ort sehen, hören und fühlen!

Von der Harpa aus kommst du mit einem kostenlosen Shuttle in ca. 15 Min. dorthin und wieder zurück in die Stadt.

Am Eingang wirst du von einer coolen Skulpturen-Band begrüßt 😊

Am Beginn der Ausstellungen siehst du in einem 180-Grad-Kino den Einführungsfilm „Lost in Time“, in dem zunächst die Erde OHNE Island gezeigt: Es ist mit ca. 20 Millionen Jahren vergleichsweise jung. 

Du bekommst einen ersten Einblick in die Entstehung der größten Vulkaninsel der Erde, die vielerlei bizarre, schöne und interessante Gesichter hat

Im Untergeschoss sind wunderschöne Bilder von Vulkanausbrüchen und den folgenden Lavaströmen ausgestellt.

Mit am beeindruckendsten finden wir diese beiden Exponate: Hier siehst du Lavaströme in Nahaufnahme! Im ersten Bild kann die Dame nur wegen ihrer Hitzeschutzkleidung so nah an die Lava herangehen. Im zweiten ist die 1.200 Grad heiße Lava nur Zentimeter vom Eis weg, das von den eisigen Winden so effektiv gekühlt wurde, das es erst schmilzt, nachdem die Lava es erreicht hat. 

Die Karte zeigt die Lage der Insel auf dem sog. Mittelatlantischen Rücken mit seinen Erdbebenfeldern und Vulkangebieten, die quasi tägliche Aktivitäten zeigen, allerdings in den allermeisten Fällen nicht bemerkbar. 

Mit Augmented Reality Entertainment Technik wird das modellierte Látrabjarg Cliff mit seinen Papageientauchern und anderen Vögeln durch die „Ferngläser“ lebendig.

Die künstliche Eishöhle ist die erste ihrer Art weltweit, sagt das Perlan: 100 Meter lang und mit über 350 Tonnen Schnee aus den Blue Mountains gebaut. Wenn du hier durchgehst, kannst du sicher das Gefühl erleben, in einem Gletscher zu sein. 

Verschiedene Ascheschichten von verschiedenen Vulkanausbrüchen, überlagert von den nächsten Eisschichten, sehen aus wie übereinander gestapelter Morbier-Käse 😉 

Wind und Knirschgeräusche wie in einem echten Gletscher lassen die Höhle „leben“. An der einen oder anderen Stelle musst du aber auch das Genick einziehen!

Beeindruckend und bestürzend zugleich ist die interaktive Gletscher-Ausstellung, die in Modellen einerseits die riesigen Dimensionen dieser Eismassen zeigt.

Andererseits bekommst du dramatische Einblicke in die wissenschaftlich gesicherten Erkenntnisse über die trostlose Zukunft der isländischen Gletscher aufgrund der Erderwärmung.

Aktuell hat Island erstmals einen Gletscher für tot erklärt: Noch vor 30 Jahren bedeckte der Okjökull den Vulkan Ok vollständig. Heute erinnern nur noch wenige Eisreste an ihn. Der Gletscher wurde symbolisch bestattet 

https://www.sueddeutsche.de/panorama/island-okjoekull-gletscher-klimawandel-1.4568245?reduced=true

Was die Karte zeigt, ist das, was noch von Europas Festland übrig bleibt, wenn am Ende alle Gletscher geschmolzen sind! Die Küstenlinien sind hunderte Kilometer weiter südlich, Städte wie London, Amsterdam, Hamburg und die kompletten deutschen Küstengebiete sind alle weg. Hier werden nur noch U-Boote statt Autos fahren können. Der Meeresspiegel liegt dann 60 – 70 Meter höher als jetzt, und in Reykjavik wird nur noch die Glaskuppel der „Perlan“ sowie die  letzten 10 Kirchturmmeter der Hallgrimskirkja über Wasser sein.

Auf der Glaskuppel kannst du außen einen wunderbaren 360°-Blick über Reykjavik und die umliegende Region genießen. Innen kannst du den Genuss auch auf kulinarische Weise fortsetzen: Das Restaurant dreht sich und zaubert bei Dunkelheit mit Hunderten von Lichtern die Illusion eines Sternenhimmels über deinem Kopf.

Nach dieser intensiven und beeindruckenden Ausstellung sind wir noch einer Empfehlung von der „Kjötkompani“ am Hafen gefolgt und haben das „Reykjavik Meat“ aufgesucht.

Das noch relativ junge Restaurant, in dem der Name Programm ist, liegt in einer Querstraße zur Laugavegur.

Wie oft bei den Restaurants in Island, hast du auch hier schon von außen Transparenz: Vom Gehweg aus schaust du durch Fenster in die Küche und auf den Holzkohlengrill.

Nach Betreten des Restaurants blickst du links in die offene Küche und siehst die Hingabe der Köche bei der Fleischzubereitung.

Lampen wie Eiskristalle oder Diamanten, dunkle Lederstühle, Holztische, nackte Betonwände bilden ein „industrial design“, das trotzdem angenehm wirkt.

Stylish ist auch die deckenhohe Präsentation der Weinauswahl im Eingangsbereich.

Unsere Menüwahl lies keine Wünsche offen: Zur Vorspeise hauchdünnes Rinder-Carpaccio mit Rucola, Trüffelöl, Parmesan und Zitrone – Umami pur!

Betinas butterzarter Vorspeisen-Lachs hatte seinen Auftritt in einer schwarzen, gusseisernen Pfanne und war mit seiner Begleitung eher angenehm elegant.

Das auf den Punkt medium-rare gegarte Rinderfilet zum Hauptgang wurde von Selleriepüree, Pilzen, schwarzem Knoblauch, Frühlingszwiebeln und Ofenkartoffeln begleitet.

Die Lammkoteletts erschienen mit der gleichen Begleitung wie das Tournedos, auch mit einer richtig guten hausgemachten „Demi-glace“, die „Königin der Saucen“. Islands frei lebende Lämmer spielten hier ihre aromatischen Vorteile durch den Verzehr von arktischem Thymian und anderen isländischen Kräutern und Gewächsen voll aus 😊

Die begleitende Craft Biere, für die wir uns trotz der imposanten Präsentation anstelle von Wein entschieden hatten, passten gut.

Zum Dessert gabs einen Brownie mit Karamell, geröstetem Hafer, Vanilleeis und passend zu den Lampen eine diamantene Zuckerhaube.

Unser Fazit: Das Essen war super, aber der Service eher naja. Eher leidenschaftslos hingestellt und ständig an den Stuhlrücken gerempelt, war das im Verhältnis zum Menü leider unterdurchschnittlich. Und die Akustik in dem Restaurant ist sehr laut, was durch eine ca. 15-köpfige Gruppe Männer an dem großen Tisch in der Mitte leider erheblich verstärkt wurde. Probier das selbst aus – für den Fleischgenuss lohnt es sich!

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