Die Auszeit-Perle: Das Romantikhotel Zum Klosterbräu

Im Sommer 2018 war es wochenlang so heiß, dass wir bei Nacht kein Auge schließen konnten. Direkt unter unserem Flachdach hatten wir nächtelang Temperaturen weit über 30°C. Irgendwann hatte ich (Betina) die Nase voll davon und wollte mich einfach nur noch herunterkühlen. Das war der Anlass, nach einem Hotel mit Naturbadeteich zu suchen. Ich (Betina) mag es unglaublich gerne in einem Naturbadeteich zu schwimmen. Burkhard übrigens seit neuestem auch 😉

In diesem Beitrag kann Werbung enthalten sein, selbst dann, wenn keine Werbekooperation oder anderweitige Zusammenarbeit mit den genannten Unternehmen stattgefunden hat. 

Im letzten Jahr hat es uns übrigens noch einige Mühe gekostet, ein solches Angebot in Süddeutschland zu finden. Heute, 2019, ist das Hotelangebot mit Naturbadeteich inzwischen erfreulicherweise gestiegen. 

Unsere kleine Auszeit-Perle haben wir dann ganz in der Nähe von Neuburg an der Donau gefunden. Klimatisch sehr besonders, man könnte auch sagen, begünstigt, liegt das Romantikhotel „Zur Klostermühle“ ein paar Kilometer entfernt im Ortsteil Bergen. Während rundherum dunkle Wolken zu sehen sind und es ganz in der Nähe gewittert und regnet, bleibt es hier trocken. Ganz ruhig, fast ein wenig verwunschen, zeigt sich dieser kleine Ort mit seinem ehemaligen Benediktinerinnenkloster und der Wallfahrtskirche. Wo früher die Benediktinerinnen durch die Gänge wandelten, entspannen heute Hotelgäste. In den dicken Mauern, die im Sommer herrlich kühlen und im Winter die Ofenwärme speichern, herrscht ein sehr gutes Raumklima, das uns die nötige Kühle und Verschnaufpause verschaffte. 

Die Zimmer sind ziemlich spartanisch eingerichtet, dafür wurde viel Wert auf Naturmaterialien gelegt. In hellen Brauntönen gehalten, findest du dort alles, was du für einen entspannten Hotelaufenthalt benötigst. Wir haben traumhaft gut geschlafen und unsere hitzige Körpertemperatur angenehm gesenkt 😉 Dass nur das Nötigste ohne viel Schnickschnack im Zimmer steht, fanden wir sehr angenehm. Begrenzung auf das Wesentliche gibt dir ein sehr schönes Ruhegefühl; wir zumindest haben es so empfunden.

Schon die Benediktinerinnen wussten, wie entspannend ein grüner Klostergarten für Körper, Geist und Seele ist. Die Inhaber des Hotels wissen das offensichtlich auch, denn sie haben diesen Gedanken in die Zukunft geführt. Wunderbar eingebunden in die alten Mauern haben sie eine kleine Wellness-Oase geschaffen. 

Im Sommer, wenn sich die Wiese in sattem Grün präsentiert, die riesigen Kastanienbäume mit ihren großen grünen Blättern Schatten spenden und sich die Kaulquappen im Naturbadeteich langsam zu fast giftgrünen Fröschen entwickeln, ist es ein herrlich entspannender Ort für unsere Augen und unser Körpergefühl. 

Wir haben immer die Auswahl zwischen dem Dahinschweben im Naturbadeteich und den Schwimmbahnen im Edelstahlbecken mit seinem glasklaren Wasser. Natürlich wählen wir beides, Abwechslung ist unsere Devise. Und weil Schwimmen eben auch wieder müde macht, legen wir uns anschließend auf die bequemen Liegen, lassen unsere Blicke durch den Garten schweifen oder lesen ein Buch und gehen langsam über zu einem kleinen Nickerchen. 😴

Wer gerne im Sprudelbad sitzt oder die wohltuende Wärme mag, kommt im kleinen Wellness-Bade-Haus neben dem Pool voll auf seine Kosten. Ein Familien-Dampfbad und der 36-Grad-Whirlpool verwöhnen hier die Gäste. 

Baden macht bekanntlich auch hungrig und weil die Gastgeber auch das wissen, haben sie im Garten neben dem Restaurant einen wunderschönen Bier- und Kulinarik-Garten eingerichtet. Bei schönem Wetter lässt es sich hier sehr angenehm frühstücken, mittags einen Imbiss oder abends ein Menü essen. Auch hier spenden große alte Bäume einen angenehmen Schatten und bereiten ein kühlendes Klima.

Als kleinen Zwischensnack am Nachmittag haben wir uns irgendwas Vegetarisches bestellt und waren gespannt, was uns die Küche zaubern wird. Gezaubert haben sie in jedem Fall. Schau mal was dabei herauskam.

Dieser kleine Veggieburger sieht nicht nur zauberhaft schön aus, er hat uns auch genau so geschmeckt. Deshalb haben wir ihn zuhause schon mehrfach nachgemacht.

Am Abend haben wir uns dort von einem 6 Gang Sommer Menü aus der transparenten Küche, in die man zu jeder Zeit durch Glasscheiben blicken kann, verwöhnen lassen. Wie uns das geschmeckt hat und welche Weine uns dazu serviert wurden, hörst du hier ➡️ Podcastfolge 112 🎧

Gestartet sind wir in den kulinarischen Abend mit dem Gruß aus der Küche. In der kleinen weißen Schüssel liegt eine Lachsforellennocke auf bunter Kresse mit Biotomaten und einer kleinen Mozzarellakugel, die innen himmlisch saftig fast davon läuft. Das ist überraschend für uns, weil sonst diese kleinen Käsekugeln häufig leider eher an Gummi erinnern. Wunderbar, so kann es weitergehen.

Unser Begleiter zum Gruß aus der Küche ist ein Glas Silvaner, Jahrgang 2017, die „Anna Lena“ vom Weingut Brennfleck. In der Farbe präsentiert sich der Wein hellgrün und in der Nase haben wir Noten von Banane, Birne und reifem Weinbergpfirsich. Am Gaumen entwickelt er sich mit seiner dezenten Säure und den kräuterigen Aromen langsam zu den Fruchtnoten und verleiht ein prickelndes Mundgefühl.

Weiter geht es mit einer Lachsconsomée mit Gewürztomate in einer frisch zubereiteten Brühe, die sehr energiespendend auf uns wirkt. Die Kombination ist klasse und fasziniert uns mit den starken Aromen. 

Dazu wird uns ein Glas dunkel goldgelber Gewürztraminer 2011 von der Domaine Marcel Deiss aus dem Elsass eingeschenkt. In der Nase haben wir sofort Honignoten und die Edelfäule, die uns ganz stark an einen Dessertwein denken lassen. Hinzu kommen noch klare Aromen von Litschi und überhaupt keine Rose. Am Gaumen legt er sich wie ein roter Galateppich unter die Aromen der Lachsconsomée und begleitet die Brühe ganz elegant. 

Beim nächsten Gang wird uns Jakobsmuschel auf Blattspinat serviert, die auf einem noch warmen Glasteller mit Karomuster liegt. Rechts und links wird sie farblich arrondiert von kleinen gelben Selleriewürfeln und gelben Karottenwürfeln. Am unteren Tellerrand wird sie farblich unterstützt von einem schwungvollen roten Streifen aus vermutlich Erdbeere- oder Rhabarbersauce. Die Muscheln selbst liegen auf einer schaumig weißen Fischsauce mit ein wenig Dill am Rand. Für uns ist es ein angenehm leichter Fischgang, bei dem sich die Jakobsmuschel sehr zart am Gaumen zeigt. 

Begleitet werden die Jakobsmuscheln von einem Glas Grüner Veltliner „Am Berg“ vom Weingut Ott, Jahrgang 2017. In der Farbe steht der Wein etwas blass im Glas. Ein ganz leichtes Grün ist erkennbar. In der Nase nehmen wir Pfeffernoten und leichte Mineralien wahr. Am Gaumen dann wieder die Mineralik und mehr ist für uns nicht da. Für unseren Geschmack etwas flach. Er verlässt unseren Gaumen schnell und ohne bleibenden Eindruck.

Wir haben ein wenig über diesen Wein recherchiert und herausgefunden, dass er nur 11,5 % Vol. Alkohol besitzt. Vielleicht hat auch der niedrige Alkoholgehalt für uns dazu beigetragen, dass er etwas verloren neben den Jakobsmuscheln wirkte. Wir bevorzugen halt Weine mit „Bumms“ 😊

Als Fleischgang wird uns ein wunderbar zart geschmortes Milchkalbsbackerl mit mediterranem Gemüse serviert, das auf einer würzigen Sauce mit starken Aromen liegt. Die Scheiben der gelben und grünen Zucchini wurden aufeinander gelegt und mit einer geschmorten kleinen Tomate gekrönt. Das Grün der Tomate zeigt sich bei ein wenig Fantasie wie eine kleine Krone 👑

Neben dem Fleisch liegt ein kleines Stück Kartoffelgratin, das von frisch gehobeltem Sommertrüffel umrahmt wird.

Passend zum Fleisch bekommen wir ein Glas Rosso di Montalcino Jahrgang 2014 mit 13,5 % Vol. von der Catina Conti Costanti eingeschenkt. Farblich passend entpuppt sich diese Kombination als sehr gelungen. 

Der Rosso zeigt sich in der Nase mit präsenten Holznoten, die die balsamischen Töne überhaupt nicht überlagern. Ganz im Gegenteil. Wein und Holz haben in der Reifezeit optimal miteinander gearbeitet, sodass sich auch am Gaumen das Ergebnis wirklich zeigen kann. Ein sehr harmonisches Spiel aus fruchtigen, holzigen und balsamischen Aromen begleitet das Milchkalbsbackerl sehr gekonnt. 100 % Sangiovese-Brunello-Trauben zeigen ihr Können mit den typischen Fruchtnoten der Kirsche, die eben aus dieser Flasche sehr balsamisch ins Glas laufen. 🍷

Der erste Dessertgang ist ein Teller mit einer kleinen Auswahl von Rohmilchkäsestücken. Überschaubar, mit einer Scheibe Feige, Erdbeere, Blaubeere, Physalis und einem scharfen Senfchutney präsentiert, trifft er für uns Käsefans nicht ganz ins kulinarisch Schwarze. 

Nachdem uns ein Rotwein als Begleiter angeboten wurde, haben wir uns auf einen Weißwein verständigt. Mit den weißen Weichkäsesorten harmonieren Weißweine einfach besser. Rotweine entwickeln in dieser Kombination häufig eine starke Säure, die das Zusammenspiel dann deutlich stört. Deshalb bekommen wir ein Glas Chardonnay vom Weingut Lageder aus Südtirol serviert. In der Nase nehmen wir fruchtige Aromen wahr, die die Aromen der Käseplatte sehr gut unterstreichen. 

Bei unserem Besuch in 2019 haben wir wieder Käse als Dessert serviert bekommen. Dieses Mal sah die Auswahl ganz anders aus und hat uns auch geschmacklich mehr überzeugt.

Zu diesem Zeitpunkt weiß Burkhard, der Käse-Dessert-Fan, noch nicht, dass das Dessert-Highlight an diesem Abend erst noch kommt. Ich bin die süße Dessert-Prinzessin von uns beiden und kann den krönenden Abschluss dieses Sommer-Menüs kaum erwarten. 

Das Finale wird uns wieder auf einem Glasteller mit Karomuster serviert. 

Quer über den Teller wurde ein dicker Pinselstrich mit dunkler Schokolade gezogen, der mit weißen Streuseln belegt ist. Auf dem Pinselstrich steht ein kleines Glas mit Bayrisch Creme, garniert mit einer Physalis. Daneben liegt eine orangene Kugel hausgemachtes Mangosorbet, in der eine kleine Scheibe Karamell steckt. Das säuerliche Aromenspiel der Mango mit dem süßen Karamell ist ein Gedicht. Und weil es an diesem Abend nicht mehr auf Kalorien ankommt, passt auch die üppige Creme ganz wunderbar auf diesen Teller. 

Burkhard ist übrigens hellauf entzückt von diesem Dessert, was du im Podcast ab Minute 21:56 hören kannst. Ich bin ganz überrascht von seinem Begeisterungssturm und freue mich, dass an diesem Abend süß vor herzhaft steht 😉

Was wäre dieses Dessert ohne passende Weinbegleitung? Nur der halbe Genuss!

Eine Riesling Auslese mit 9 % Vol. vom Weingut Horst Sauer hat unseren Genuss erstklassig unterstrichen. Escherndorfer Lump 2016, der bei der Fränkischen Weinprämierung 2018 mit der Goldmedaille ausgezeichnet wurde, ergoss sich in unser Glas 😍

In der Nase mit leichten Honigaromen und ein wenig Ananas schien er der perfekte Begleiter zu sein. Am Gaumen nehmen wir das angenehme Gleichgewicht von Säure und Restsüße wahr, das durch klare exotische Aromen ergänzt wird. Hier braucht es in der Tat nicht mehr Umdrehungen – er ist es, der perfekte Begleiter!

Wir haben im Klostergarten einen wunderschönen und kulinarisch sehr angenehmen Abend verbracht. Die Weinauswahl hat sehr gut mit den Speisen harmoniert und von den Bedienungen wurden wir liebevoll umsorgt. Wir fallen müde und sehr zufrieden ins Bett und sind uns einig, dass wir wiederkommen werden. 

Weil wir mit Leib und Seele Feinschmecker und Genießer sind, freuen wir uns nach einem so raffinierten Menü noch am Abend auf den nächsten Morgen. Wir sind selbstverständlich gespannt darauf, was uns zum Frühstück in einem Hotel erwartet, das viel Wert auf regionale Produkte legt. Wie erwartet werden wir auch hier positiv überrascht.

Bilder Frühstücksraum

In diesen alten Mauern, zeigt sich der Frühstücksraum mit seinen natürlichen Holzmöbeln, auch wieder in geschmackvollem, klarem und wohltuendem Design. Reduzierung auf das Wesentliche kann einfach unglaublich entspannend wirken. 

Wir finden auf dem Buffet diverse Säfte, Mineralwasser, Müsli, Trockenobst und Cornflakes für die großen und kleinen Kinder 😉 Im kleinen gekühlten Buffet steht frisch geschnittener Obstsalat neben Quark und Joghurt, frischer Wurstaufschnitt, Käse, Lachs, Gurken, Tomaten – eben alles, was wir für ein herzhaftes Frühstück benötigen. Frisch zubereitet aus der Küche kannst du dir Eierspeisen bestellen, wie du sie gerne magst: Rührei, Spiegelei oder Omelett. 

Der Kaffee wird frisch zubereitet in kleinen Thermoskannen auf den Tisch gestellt oder du lässt dir einen Espresso, Cappuccino, Latte Macchiato aus der italienischen Kaffeemaschine servieren. Für Teetrinker gibt es auch jede Menge Auswahl. Und wer glutenfreies Gebäck benötigt, kann das schon am Abend vorher anmelden und bekommt frisch aufgebackene Brötchen serviert, die sehr gut schmecken. Mit einem Stück Butter, das darauf dahinschmilzt und einem Klecks Marmelade oder Honig ein Gedicht. 

Frisch gestärkt vom himmlisch guten Frühstück sind wir uns ganz sicher, dass wir hier eine feine Auszeit-Perle gefunden haben. Ein wenig traurig müssen wir leider wieder weiterziehen und sehen auf dem Weg zur Rezeption, das Foto an der Wand hängen, auf dem das schwedische Königspaar Karl Gustav und Silvia zu sehen sind. Offensichtlich sind auch sie Feinschmecker, denn sie waren hier zu Gast. 

Uns hat es hier so gut gefallen, dass wir auch in 2019 wieder mit den Fröschen gebadet haben. Mittlerweile ist das Schilf deutlich gewachsen und der Naturbadeteich zeigt sich immer natürlicher. Auch bei unserem zweiten Besuch wurde uns erstklassige Qualität serviert und wir können gut verstehen, warum hier so oft und gerne geheiratet wird. In 2018 haben wir den Abend in Gesellschaft einer Hochzeit verbracht, die das Ambiente sichtlich genossen hat. 

Da wir nun schon einmal vor den Toren Neuburgs an der Donau waren, haben wir noch einen kurzen Abstecher in die historische Altstadt mit dem Residenzschloss, der Hofkirche und der Schlosskapelle gemacht.

Kleiner Hinweis am Rande: Wer diese Stadt besichtigen möchte, sollte besser auf Absatzschuhe verzichten. Hier läufst du noch über ein Steinpflaster, was dieser Stadt einen natürlichen Charme verleiht. Für geübte High-Heels-Läuferinnen gilt der Hinweis natürlich nicht 😁

Die beschauliche Stadt gilt heute als eine der schönsten Renaissance-Städte Bayerns. Mehr Infos über die Sehenswürdigkeiten findest du im Tourismusbüro.

Wir zeigen dir hier einfach mal unsortiert ein paar Fotos aus der hübschen Altstadt.

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