Genussvoll, bewusst und regional essen – die Slow food Messe 2018 in Stuttgart

Was haben wir Neues entdeckt, welche „alten“ Bekannten haben wir auf dem diesjährigen „Markt des guten Geschmacks“ in Stuttgart getroffen? Darüber berichten wir dir mit unserem Rundgang auf der deutschen Leitmesse von Slow Food. Hier erfährst du, was es dir bringt, diese Messe zu besuchen und warum der Kerngedanke von Slow Food richtig ist.

Der deutsche Verein war der erste außerhalb Italiens, nachdem Carlo Petrini die Bewegung im Piemont gründete, und hat gerade 25 Jahre des Bestehens gefeiert – ein „genussvolles“ Jubiläum. Das „Recht auf Genuss“, den die Bewegung sehr zu unserem Gefallen proklamiert, bringt der Sternekoch von der Stuttgarter Wielandshöhe, Vincent Klink, im Jubiläumsheft so schön auf den Punkt: „Erst wenn man sich selbst Gutes tut, kann man auch anderen Gutes tun. Der Erhalt guter Lebensmittel und der Schutz und die Förderung der Erzeuger sind humanistische Notwendigkeiten […]“

Umso gespannter waren wir, was uns in den Messehallen am Stuttgarter Flughafen bei der „Jubiläumsmesse“ alles an kulinarischen Highlights erwarten würde!

Wir sind wieder einmal positiv überrascht worden. Du wirst es vielleicht auch kennen, das Problem mit den Zitronen, die nach wenig, und den Tomaten, die nach nichts schmecken – bei Sandner Früchte online haben wir wunderbar aromatische Tomaten aus Sardinien und die fast unschlagbaren Amalfi-Zitronen ergattert.

Der Mozzarella di Buffala von Büffel Bill ist eine super Kombination – wir haben nach Jahren des Kulturkampfes bezüglich des Caprese mittlerweile unseren persönlichen Frieden gemacht: Ein halber Teller mit Basilikum, Olivenöl, schwarzer Pfeffer UND Aceto Balsamico für Betina („ein absolutes Muss zum Genuss“) und ein halber Teller OHNE Balsamico für Burkhard („kein richtiger Italiener verunstaltet diese göttliche Kombination mit diesem schwarzen Zeug “). Schreibt uns doch mal eine Mail, wie das bei euch zuhause ist 😊

Doch der online-Versender Büffel Bill bietet neben der Mozzarella di Campania (das haben wir natürlich sofort geschmeckt, und wer je an der SS 18 zwischen Battipaglia und Paestum einen Zwischenstopp an einer Käserei gemacht und einen tagesfrischen Mozzarella, aus dem noch leicht die Milch beim Aufschneiden herausläuft und sich mit einem herrlich grasigen Olivenöl und getrockneten Tomaten vermischt, als Zwischenmahlzeit genossen hat, der weiß, was wir meinen …) noch viel mehr. Du kannst das außergewöhnliche Fleisch der männlichen Wasserbüffel, dessen Geschmack Sterneköche wie Alfons Schuhbeck überzeugte (außergewöhnlich saftig und zart, aromatisch und frei von Hormonen und Antibiotika und gesünder als andere Fleischsorten) ebenfalls online beziehen. Ein Blick auf die Homepage lohnt sich!

Einen verlässlichen Genuss-Höhepunkt haben wir gleich am Eingang der ersten Messehalle angetroffen: Die Manufaktur Jörg Geiger. Die prickelnden und stillen Aperitifs und Essensbegleiter aus den Früchten der schwäbischen Streuobstwiesen bieten zum Teil alkoholische, aber in besonderem Maße nicht alkoholische Gaumenfreuden pur.

Wir hatten einen seiner ersten alkoholfreien „Priseccos“, einen Birnenschaumwein, im Portfolio unserer Vinothek. Hier haben wir die „Inspiration 4.0“ aus Kirsche, Paprika und Rote Bete als super alkoholfreie Alternative zu einem schönen, tanninhaltigen Sangiovese als Begleiter für ein Dry Aged Steak entdeckt.

Emotional und geschmacklich um Jahrzehnte zurückversetzt wurde Betina bei der Cassis-Manufaktur Danner. Die wunderbar fruchtig-zuckrigen Aromen der Johannisbeere-Marmelade erinnerten sie an die selbst eingemachten Konfitüren von Oma, die sie in ihrer Kindheit so unendlich geliebt hat. Auch die anderen Produkte lassen sofort an Nuits-Saint-Georges denken…

Gute Laune und gute Senf-Kreationen haben wir bei der Senfmanufaktur Mattes gefunden. „Normalen“ Senf gibt es da nicht – aber viele leckere Variationen, die probiert werden sollten!

Bei Stand von Gölles haben wir uns gefreut, einen Garanten für hervorragend guten Geschmack bei Essigen (der „Apfel-Balsamico-Pionier“) und hochwertigen Digestiven wieder zu treffen! In unseren Podcast-Folgen 012 und 013 kannst du unsere Eindrücke von dieser außergewöhnlichen Manufaktur und ein Interview mit Michael Kohlmeier hören, das wir bei unserer Erkundung vor Ort im August letzten Jahres geführt haben. Wir überlegen schon, wie wir die zu Neige gehenden Einkäufe von damals wieder nachbestücken können, aber da gibt es Möglichkeiten…

Zuerst hat uns die alte Registrierkasse in den Bann gezogen. Dann haben wir das Bier der „Tettnanger Krone“ verkostet und waren begeistert vom frisch-zischigem Aroma des Probierschlucks. Ein Standbesucher neben uns am Zapfhahn empfahl uns netterweise, noch bei „Hopfengut“ vorbeizuschauen, da der Braumeister Fritz Tauscher der Tettnanger Krone, der uns sein Bier persönlich eingeschenkt hatte, auch dort für den Sud aromatisch verantwortlich zeichnet

Diesen Tipp haben wir denn auch gerne befolgt und beim „Hopfengut“, ursprünglich reiner Hopfen-Anbauer, auch wirklich exzellente Craft-Biere verkosten dürfen! Das sind wirklich trinkige Biere und nicht nur perfekt für die Grill-Saison!

Auch die Berg Brauerei Ulrich Zimmermann war mit einem Stand vertreten. Empfehlenswert ist neben den Bieren (wir hatten aktuell das „Spezial“ im heimischen Getränke-Keller) natürlich das traditionelle Ulrichsfest im Juli.

Für Liebhaber des „hochprozentigen Bieres“ interessant sind sicherlich auch „Gärschda-Malz“ und „Woiza and Rogga“ von der Brennerei Danne´s Bellerhof. Auch hier lohnt es sich, mal in unseren Podcastfolge 39 reinzuhören, um etwas über Aussprache und Sinn des Ortes Owen zu erfahren (für Schwaben kein Geheimnis 😊).

Ein großes Hallo und Wiedersehen hatten wir mit Harald, unserem Tour-Guide bei der Schalk Mühle in der Steiermark im letzten August. In unserer Podcastfolge 017 hörst du im O-Ton, wie der kulinarische Solitär „steirisches Kürbiskernöl“ entsteht. Ein wahrhaft himmlischer Genuss!

Interessant war auch der Gin von der Spirituosenmanufaktur Elwert. Sie durften ein derzeit sehr angesagtes Tonic Water zur Mischung nicht mitbringen, weil es Ingredienzien enthält, die den Slow Food Gedanken widersprechen…trotzdem, oder gerade deswegen, hat uns dieser Gin geschmacklich überzeugt, Opa´s Rezept für den Kräuterigen ebenso.

Hier hat sich Burkhard an den Abendbrot-Tisch in die 70er zurück gebeamt gefühlt: Die Sardinen von „La Quiberonnaise“, die du bei Dinses Culinarium erhalten kannst, werden fangwarm und ohne Tiefkühlkette frisch vom Kutter in der Südbretagne verarbeitet. Sie präsentieren sich in einem exquisiten Öl in ihrer Dose in Bestform! Auch sonst haben die Jungs von Dinses Culinarium viele sehr sympathisch französisch inspirierte Produkte zu bieten. Sie haben gerade mit der „Käseglocke“ in Gießen den letzten Feinkostladen zwischen Frankfurt und Kassel übernommen. Hingehen, genießen und unterstützen!

Abschließen wollen wir mit dem Hinweis auf „Sapio – Kulinarische Entdeckungsreisen“, bei denen du individuelle Genussreisen jenseits des touristischen Mainstreams buchen kannst.

Alle direkten Links zu den vorgestellten Genussmanufakturen findest du in den Shownotes zu unserer Podcastfolge 039.

Und hier geht es in das Käsegeschäft der Sennerei in Algund. Einfach auf’s Bild klicken und weiter genießen.

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