Das Apulien Abenteuer beginnt: Von Faenza nach Fasano

Jetzt geht´s los in unsere Apulien-Rundreise! Wir haben unsere neue Podcast-Serie über den Süden Apuliens, das Salento gestartet – verfolge unsere Podcast-Episoden auf iTunes und vielen anderen Podcast-Apps!

In diesem Beitrag kann Werbung enthalten sein, selbst dann, wenn keine Werbekooperation oder anderweitige Zusammenarbeit mit den genannten Unternehmen stattgefunden hat. 

Rund 1.500 km Anreise zu Italiens Stiefelabsatz mit dem Cabrio kannst du, musst du aber nicht auf einmal bewältigen. Schon der Weg in den Süden unserer „Sehnsuchtsnachbarn“ ist ein bisschen das Ziel, das einem das Herz höher schlagen lässt. 

Frisella

Deshalb sind wir an einem Samstagmorgen Ende August entspannt Richtung Alpen aufgebrochen. Der Plan war, einfach verkehrstechnisch zu schauen, wie weit wir kommen, um dann von unterwegs spontan eine Bleibe für eine Zwischenübernachtung zu buchen. Denn heute weißt du bei solchen Entfernungen auf der Autobahn ja nie, bis wohin genau du kommen kannst. Und wenn du dann deine vorgebuchte Unterkunft erst nachts um halb zwölf erreichst, wo die Küche längst zu, die Minibar aber noch warm oder leer ist – och nö, das brauchen wir nicht mehr 😊 Und deshalb nehmen wir da am liebsten ein Agriturismo in Autobahn-Nähe, natürlich mit (zwei Plätzen im noch offenen) Restaurant.

Wir haben keinen Plan B gebraucht, denn Betina hat von unterwegs ein sehr schönes Bed & Breakfast gefunden, die Locanda Merlaschio bei Faenza. Das Gasthaus liegt ca. 1,5 km neben der A 14 Bologna Richtung Rimini (oder E 45) inmitten von Kiwi-Plantagen, Rebzeilen und Ackerflächen.

Wir hatten tatsächlich noch nie Kiwi-Pflanzen gesehen und waren ganz fasziniert.

Und eine für uns neue Rebsorte haben wir auch entdeckt, die regionale Albana di Romagna, die wohl wichtigste weiße Sorte der Region Emilia-Romagna, mit jahrhundertelanger Tradition und sehr vielseitig. Interessant auch ihre Erziehung: Als ob jemand die Arme ausbreitet, um die ganze Sonne einzufangen!

In der Heimat von Laura Pausini – eine der großen und genialen italienischen Pop-Rock-Diven, sie stammt aus Faenza – haben wir eine sehr „geschmackvolle“ Übernachtung genossen! Die Tagliere misto del podere war eine unserer Vorspeisen nach einer langen Fahrt noch relativ „norditalienisch“. Die Frisella della Locanda (weiter oben im Bild) hat mit ihren frischen Tomaten und dem Stracciatella vom Bufala schon deutlich südlichere Aromen transportiert aber beides war richtig gut! Beides kam nach dem kleinen Gruß aus der Küche in Gestalt zweier süßer Mini-Burger 😊

Betina´s Primo waren herrliche Capellaci di Melanzane e Bufala, also mit Auberginen- und Käsefüllung sowie Tomate und Basilikum.

Burkhard hatte sich für eine weitere typische Pasta der Region entschieden: Spoja lorda, was übersetzt so viel wie „schmutziger Teig“ heißt. Beim ersten Hören etwas befremdlich, verbirgt sich dahinter eine sehr sinnvolle Resteküche-Verwertung: Es handelt sich um quadratische, gefüllte Eierteigwaren, etwas kleiner wie Ravioli. Und für die Füllung werden die Überreste von der Cappelletti-Farce gebraucht, die meistens gering, aber ausreichend zum Beflecken des Eiernudelteigs sind. Diese hier erschienen mit so viel Salsiccia, Tomate und scaglie di fossa, also Brocken dieses speziellen Käse.

Auch die Primi haben uns in schöner Atmosphäre super gut gemundet. Sie wurden begleitet von einem wirklichen passablen Hauswein aus Sangiovese di Romagna und dem festen Vorsatz, den schon im März geplanten Lasagne-Führer für Bologna und die Region unbedingt nachzuholen 😊

Im großen Zimmer, mit Blick auf den benachbarten Obstgarten, haben wir bestens geschlafen.

Alles, was wir am Morgen brauchten, um uns für die zweite Etappe unserer Fahrt nach Apulien zu stärken, war am Frühstücksbüffet vorhanden – inklusive hausgemachter Kuchen.

Unsere erste Etappe war bei der Fahrt durch die Alpen noch von heftigsten, strömenden Regenfällen und entsprechenden Sturzbächen von den Gipfeln begleitet.

Es hat sich trotzdem gelohnt, am nächsten Tag gerade bei 44 Grad Außentemperatur das Achteck eines Stauferkaisers in Apulien zu besuchen! Zum einen, weil du bei der Anfahrt durch die typischen, mit kleinen Mauern gesäumten Feldern und Olivenplantagen auch schon die Pinienwälder und diese herrlich warme mediterrane Luft schnuppern kannst. Und zum anderen, weil da oben echt ein Wind geht, der auch an heißen Sommertagen eine kleine Abkühlung verheißt.

Das Castel del Monte ist ein Repräsentationsbau von Friedrich dem II. Stauferkaiser. Das etwas geheimnisvolle Oktagon thront im Landesinneren bei Andrea vor Bari weithin sichtbar auf einem hohen Hügel.

Von hier hast du einen grandiosen Blick über die Weite Apuliens, sowohl Richtung Meer wie auch ins Landesinnere. Unser Tipp: Fahr ganz hoch bis zu dem Parkplatz direkt unter dem Castel – es kostet zwei-drei Euro, aber du hast viel weniger Strecke nach oben zu laufen. Unsere Devise ist: Immer erst mal vorne parken, umdrehen kann man immer noch 😊

Gegen Eintritt kannst du auch das Innere besichtigen. Allerdings musst du dafür – zumindest in der momentanen Corona-Situation – ein festes Zeitfenster für eine begrenzte Personenzahl vorab buchen oder Glück haben, noch einen freien Platz zu erwischen. Wir haben entschieden: Von außen reicht es uns! Denn offenbar wurde das Castel in den vergangenen Jahrhunderten mehrfach komplett leergeräumt, und deshalb liegen der eigentliche Zweck des Baus und die Hintergründe der genial mathematischen Architektur im Dunklen.

Unsere erste Station in Apulien war die 5-Sterne-Masseria Relais del Cardinale bei Fasano zwischen Bari und Brindisi. Genau genommen noch nicht im Salento, aber wir wollten hier nochmal einige interessante Orte besuchen.

Neugierig gemacht hat uns die fast tausendjährige Geschichte des Anwesens in Sichtweite der Adria. Der Hof wurde bereits von den Rittern des Malteserordens und eines byzantinischen Orden Apuliens genutzt. Die Restaurierung des weitläufigen Komplexes mit lokalen natürlichen Materialien hat alte Pracht (zunächst…) wiederhergestellt.

Quelle: https://www.masseriarelaisdelcardinale.it/offers

Zum anderen natürlich das Image-Video, welches wir auf der Homepage entdeckt haben! Achtung „Allein gegen die Mafia“-Fans: Niemand geringeres als „Corrado Cattani“ bzw. Michele Placido, der Hauptdarsteller des Kommissars in dieser erfolgreichsten italienischen Fernsehserie, empfiehlt dort dieses Haus!

Auf den ersten Blick ist das Anwesen natürlich sehr imposant, bei näherem Hinschauen blättert aber mittlerweile der Lack an einigen Stellen.

Innen allerdings ist das Haus tiptop, die vielen Bögen zeugen von der Geschichte des Hauses und z.B. zaubern auch schöne Fliesenelemente eine besondere Atmosphäre.

Unser Standard-Zimmer war ebenfalls sehr ordentlich, groß genug für ein paar Tage und schön gefliest. Der Blick aus dem Fenster geht über die weiten Olivenbaum-Felder, die das Anwesen komplett umgeben, bis zur Adria. Ein sehr intensiver, für uns herrlicher Duft von Tapenade war inklusive!

Leider haben wir erst bei der Ankunft erfahren, dass das auf der Homepage angepriesene Gourmet-Restaurant geschlossen ist. Weil die Masseria ziemlich in der Pampa liegt, war das für uns eigentlich ein Auswahlkriterium und es hat uns auch ein wenig geärgert. Wir gingen zunächst davon aus, dass dies corona-bedingt war; weitere Recherchen im Internet lassen allerdings vermuten, das dem schon länger so ist. Aber: Wir wären nicht die Feinschmeckertourer, wenn wir nicht exquisite Restaurant-Alternativen in der Umgebung gefunden hätten 😉 Davon berichten wir dir demnächst!

Aber du bekommst in den Räumlichkeiten des ehemaligen Restaurants ein wirklich klasse Frühstück! Antipasti und Obst, selbst gemachte Torta und Kaffee frisch gebrüht aus der richtigen Siebträger-Maschine, alles in super Qualität und nett serviert, bieten einen entspannten, geschmackvollen Start in den Tag.

Der mit Salzwasser gefüllte Pool ist nicht nur genial groß, du kannst von der einen Seite dort hineingehen wie ins Meer an einem ganz flachen Strand! Selbst Burkhard fand die Wassertemperatur sehr angenehm warm 😊

Mit Blick in die Olivenhaine und die Hügel des Hinterlandes kannst du hier auch in schönen Liegen chillen. Etwas daneben fanden wir, dass in einem 5-Sterne-Haus 3 Euro extra pro Tag für ein Poolhandtuch verlangt wird – aber du kannst dein eigenes auch mitbringen, worauf wir als Profis natürlich vorbereitet waren…

Die teils sehr alten Olivenbäume und der betörende Duft ihrer Früchte prägen das weite Gelände.

Trotz einiger Abzüge in der B-Note hat uns die Masseria Relais del Cardinale mit einem tollen Frühstück, einem genialen Salzwasser-Pool und einem herrlichen Duft von Tapenade doch ganz gut gefallen. Grenzwertig für Autos mit wenig Bodenfreiheit ist die Auffahrt auf jeden Fall. Die Wurzeln der uralten Bäume haben gegen die geteerte Auffahrt gewonnen und deutliche Erhöhungen bzw. Löcher hinterlassen. Hier ist bei der Ein- und Ausfahrt zum Gelände wirklich Geduld gefragt. Für uns war es ein guter Ausgangspunkt für die Ausflüge in der Region, von denen wir dir in den nächsten Blogs berichten.

Hier kommst du direkt zur Podcastfolge ➡️ 🎤 178 – Das Apulien Abenteuer beginnt: Von Faenza nach Fasano 🎧

Teile diesen Beitrag