Orangengeister in der Flasche: Eine ausgezeichnete Brennerin vom Bodensee

„Genuss ist keine Kunst. Genuss entsteht aus dem Respekt vor der Natur, sie kunstvoll zu konservieren“, sagt Andrea Koch, Inhaberin & Brennerin von der Destillerie „Brennlust“ am Bodensee. Das genau ist der Geist ihrer Destillate! Denn in dieser gleichzeitig innovativen und traditionell-handwerklichen Manufaktur ist der Name echt Programm.

In diesem Beitrag kann Werbung enthalten sein, selbst dann, wenn keine Werbekooperation oder anderweitige Zusammenarbeit mit den genannten Unternehmen stattgefunden hat. 

Interessant ist der Weg, den Andrea in die eher als „Männerdomäne“ bekannte Schnapsbrennerei gegangen ist: Eigentlich aus dem Eventmanagement kommend, hat sie nebenberuflich die Ausbildung zur Brennerin absolviert.

Es gibt auf dem Hof eine lange Brenn-Tradition, der Vater hat schon immer Edelbrände gemacht und letztlich wollte Andrea diese Handwerkskunst weiterführen. Also fing sie an, mit einer Mini-Destille an ihren eigenen Produkten zu arbeiten und mit Gin und Geisten experimentiert, bis nach anderthalb Jahren die ersten Rezepte standen, die dem eigenen Anspruch genügten.

Hör in unserer 🎧 Podcastfolge166 im Live-Interview mit Andrea, wie sie zur Brennerin wurde und was ihr sehr sympathischer Anspruch an ein Destillat ist!

Die beiden Gins „Green Edition“ und „Red Edition“ sind sehr unterschiedlich, wie wir beim Tasting schnell geschmeckt haben:

Die Green Edition ist sommerlich frisch, der Wacholder steht klar im Vordergrund. Die Limettenschale wird am Brenntag frisch und hauchdünn geschält, so dass so wenig Weißstoffe von der Zeste wie möglich im Gin landen, weil diese sehr bitter schmecken. Auch einen Hauch Rose und Piment ist mit von der Partie. 

Die „Green Edition“ ist ein klassischer London Dry Gin, d.h. die Zutaten kommen vorher ins Mazerat. Nach dem Brennvorgang wird dieser Gin nicht mehr verändert, nicht weiter aromatisiert und auch nicht gezuckert. 

Bei der „Red Edition“ finden sich Noten von Zimt und Nelke, Sternanis und Tonkabohne, die eine Bittermandel- und Vanille-Aromatik beisteuert.

Wichtig ist der sympathischen Brennerin, dass die Genießerin bzw. der Genießer beim Verkosten auch ein Erfolgserlebnis hat: Das Beste, was geweckt werden kann, sind aromatische Erinnerungen“, sagt Andrea.

Quelle Fotos: Lukas Lehmann Media, https://lukaslehmann-media.de

Eine wahre Aromen-Offenbarung war für uns als geschmackliche Puristen der Orangengeist!

Wir haben schon einige Orangengeiste probiert, dieser spielt für uns ganz klar in der Champions League! Hier zeigen sich drei Dinge: Erstens, dass sich die Mühen bei der Rohstoffbeschaffung einfach lohnen – aus fair gehandelten, kalabrischen Orangen fängt Andrea hier das Aroma (und das Lebensgefühl) des italienischen Süden ein und konserviert es in der Flasche.

Zweitens, dass bei der Verarbeitung aufwendige und sorgfältige Handarbeit unumgänglich ist: Wenn wieder eine Orangen-Lieferung ansteht, läuft die Familien-Whatsapp-Gruppe heiß, denn es dürfen wirklich nur die orangenen Zesten der Früchte verwendet werden, und dazu braucht es viele helfende Hände. Liebe Andrea, halt dir bitte deine Familie warm, denn die kulinarische Welt wäre ärmer ohne deinen Orangengeist 😊

Und drittens wird hier einfach auch der Unterschied zwischen Andreas Herzensangelegenheit und industrieller Produktion deutlich!

Die Missionarin für Streuobstwiesen und natürliche Destillate, die ihre Freunde einen Schnaps niemals „exen“ lässt, genießt gerne auch mal eine Stunde an einem Destillat – Tipps fürs richtige Verkosten und ob du mit jedem Nasenloch das Destillat anders wahrnimmst, 🎧 hörst du in unserer Podcastfolge 166!

Im heimischen Obstgarten, dessen Früchte schon auf eine Veredelung warten…

Hier kommst du zur 🎧 Podcastfolge 167 mit Andrea Koch, in der sie über die Hohe Kunst des Brennens spricht.

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